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Ein Weg, Kriege zu vermeiden, wäre die Etablierung und Förderung von Organisationen, die »seismografisch« zukünftige Krisenherde erkennen, lange bevor es zum Ausbruch von Gewalt kommt. Wo gibt es große Ungerechtigkeiten, Konfliktpotenzial, geringe Konfliktlösungskompetenz? Der nächste Schritt muss sein, beratend und helfend einzugreifen. Im Vergleich zu der Ressourcenvernichtung im Kriegsfall (oft nach jahrelangem Wegsehen der Weltöffentlichkeit) und dem unglaublichen Leid, das mit einem Krieg verbunden ist, und den Folgen, die oft über Jahrzehnte wirken, wäre das wohl viel erfolgreicher. Es müsste sich auf diesem Weg eine internationale Konfliktkultur entwickeln. Probleme solcher Projekte sind unter anderem: Abgabe von eigener staatlicher Souveränität, Finanzierbarkeit (vielleicht über eine hohe Steuer auf Waffenproduktionen aller Art), Vertrauen in die Steuerung solcher Organisationen (z.B. besetzt mit Leuten, die sich in Friedensprojekten Anerkennung verschafft haben, Friedensnobelpreisträger). Gut wäre auch eine Förderung von Informationen, in denen über erfolgreiche Friedensarbeit berichtet wird (die es ja überall gibt). Besonderes Augenmerk sollte dabei darauf gelegt werden, welche Widerstände es beim Krisenmanagement gegeben hat und welche Strukturen und Maßnahmen zum Erfolg geführt haben. Die Wirkung der Weltnachrichten (bzw. die Schwerpunktsetzung) ist derzeit meist entmutigend. Fest steht, dass es ständig neue Krisen und Kriege gibt. Da müssten doch aber auch immer wieder welche zu Ende gehen. Darüber sollte mehr berichtet werden.
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