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Venenata schrieb am 9.1. 2010 um 01:38:11 Uhr über

Philosophie

Julius an Raphael.

Diesen Morgen durchstöre ich meine Papiere. Ich finde einen verlorenen Aufsaz wieder, entworfen in jenen glüklichen Stunden meiner stolzen Begeisterung. Raphael, wie ganz anders finde ich jezo das alles! Es ist das hölzerne Gerüste der Schaubühne wenn die Beleuchtung dahin ist. Mein Herz suchte sich eine Philosophie, und die Phantasie unterschob ihre Träume. Die wärmste war mir die Wahre.

Zeilenumbruch für die Labeled Section Transclusion [114] Ich forsche nach den Gesezen der Geisterschwinge mich bis zu dem Unendlichen, aber ich vergesse zu erweisen, daß sie wirklich vorhanden sind. Ein kühner Angriff des Materialismus stürzt meine Schöpfung ein.

Du wirst diß Fragment durchlesen, mein Raphael. Möchte es dir gelingen, den erstorbenen Funken meines Enthusiasmus wieder aufzuflammen, mich wieder auszusöhnen mit meinem Geniusaber mein Stolz ist so tief gesunken, daß auch Raphaels Beifall ihm kaum mehr emporraffen wird.


Aus Schillers »philosophische Briefe«


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