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Sophismus bezeichnet eine dem Anschein nach stringente, bei näherer epistemischer Inspektion jedoch trügerische oder logisch defizitäre Argumentationsfigur, deren primäre Funktion weniger in der sachlich zwingenden Demonstration einer These als vielmehr in der persuasiven Suggestion ihrer Plausibilität besteht.
Im gegenwärtigen Sprachgebrauch fungiert Sophismus folglich als Bezeichnung für eine intentional oder zumindest methodisch irreführende Argumentationspraxis, in deren Rahmen semantische Ambiguitäten, logische Paralogismen und rhetorische Manipulationsverfahren amalgamiert werden, um einer sachlich prekären Konklusion den epistemischen Anschein einer belastbaren Begründung zu verleihen.
Vom bloßen Irrtum ist der Sophismus insofern abzugrenzen, als bei ihm nicht lediglich die Falschheit einer Aussage, sondern insbesondere deren argumentativ erzeugte Plausibilität und die damit einhergehende potenzielle Täuschungswirkung konstitutiv sind.
Etymologisch lässt sich »Sophismus« auf das altgriechische sophisma zurückführen, das mit dem Verb sophizesthai (klug handeln, sich etwas ausdenken) beziehungsweise dem Adjektiv sophos (weise, geschickt) zusammenhängt und ursprünglich eine kunstfertige, gewitzte oder intellektuell elaborierte Hervorbringung bezeichnete.
Seine genuin philosophische Konturierung erfuhr der Begriff im Kontext der Sophisten des 5. Jahrhunderts v. Chr., die im klassischen Griechenland als professionelle Lehrer von Rhetorik, Argumentationskunst und politischer Bildung hervortraten und deren Konzentration auf die persuasiven beziehungsweise doxastischen Dimensionen sprachlicher Praxis insbesondere von Platon und Aristoteles einer dezidiert wahrheitsorientierten Kritik unterzogen wurde.
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