|
Sie schlenderte in mein Leben, wie in eine Boutique. Sie schnüffelte mal hier, schaute mal da, kam allmählich näher, und war auf einmal ganz unverschämt nah bei mir. Wir telefonierten nachts stundenlang, und assen genau so lange beim Chinesen. Wir rissen uns die Kleider vom Leib und drängten uns aneinander. Jeden Tag wenigstens etwas voneinander hören, eine Telefonat, ein labberiger Kaffee in der Kantine, eine Zigarrettte auf einer Parkbank. Wir sahen uns tief in die Augen, bis an den Grund unserer Seelen, und liebten uns, daß die Balken krachten und die Nachbarn schimpften. Wir brüllten ihnen unsere Lust ins Gesicht wie einen Kampfruf. Wir lagen lange beieinander, ganz still und sanft, dann ruhte sie, und dann ruhte ich auch. Und als ich aufwachte, war sie schon auf der anderen Strassenseite. Ich setzte mich in mein Auto, und fuhr. Wieder einmal davon.
|