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Es war eine Erleichterung für Müller gewesen, als er endlich draussen war. Er hätte es sowieso nicht mehr lange mitgemacht, wär zu Staatsanwaltschaft gegangen. All diese merkwürdigen Zahlungsvorgänge, Ausleihungen, Beratungshonorare, Schrottmaschinen, die zu absurden Preisen gekauft wurden - sie plünderten das Unternehmen aus, und irgendwann hatte er mit der Faust auf den Tisch geschlagen. Dann kam ihr Anwalt. Man sprach vernünftig miteinander. Und er bekam seinen Anteil an der Beute: Ordentliche, betriebsbedingte Kündigung, 6 Monate Kündigungsfrist, 10.000 Euro Abfindung - und man kaufte Müller seine Eigentumswohnung in E. ab, die er eigentlich als Steuersparmodell gekauft hatte - auch zu einem ziemlich absurden Preis. Er mußte halt die Schnauze halten, das war alles. Und immerhin war Müller ja gut qualifiziert - er würde schon bald wieder was finden. Das Zeugnis war ausgezeichnet, daß sie ihm ausstellten. Wegen Eingliederung in den Konzern sei seine Stelle weggefallen.
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