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Schnarchen: Obstruktive Schlafapnoe (OSA) und
obstruktives Schnarchen
Definition:
1.Obstruktive Schlafapnoe
Obstruktive Schlafapnoe ist das Sistieren des Luftflusses an Mund und Nase von mehr als 10 Sekunden
Dauer im Schlaf, hervorgerufen durch eine pathologisch erhöhte Kollapsibilität der extrathorakalen
Atemwege.
2.Obstruktives Schnarchen:
Obstruktives Schnarchen ist gekennzeichnet durch wiederholte partielle Obstruktion im oberen Atemweg von
der Nase bis zur Trachea. Hyperkapnie, Hypoxämie und Weckreaktionen können auftreten. Tagesmüdigkeit
kann beobachtet werden.
Untersuchungen:
Notwendig:
Anamnese mit Fragebögen zur Erfassung des Risikoprofils und Müdigkeit
HNO-Status mit Endoskopen
Bestimmung der nasalen Widerstände oder Querschnitte
Polysomnographie
Festellen des Körpergewichts und der Körpergröße (body mass index)
Nachuntersuchungen nach Operation und unter Beatmungstherapie in regelmäßigen Abständen (ambulante
Polygraphie, Polysomnographie)
Ausschluß psychiatrischer, neurologischer und internistischer Erkrankungen
Bei Kindern pädiatrische Untersuchung
Im Einzelfall nützlich:
Orthodonte oder mund-kiefer-gesichtschirurgische Prüfung der Okklusionsverhältnisse (Bißstatus)
Laterales Radiokephalogramm
Tracheobronchoskopie
Objektive Müdigkeitsteste, Vigilanzprüfungen
Schlafprotokolle
Allergiediagnostik
Bildgebende Diagnostik der Nasennebenhöhlen
Schnarchgeräuschanalyse
Therapie:
Die Therapie erfolgt individuell nach Würdigung der einzelnen Befunde. Die nachfolgende Liste versteht sich
als Sammlung der Therapieoptionen und nicht als Vorschlag einer Stufentherapie.
Konservativ:
Körpergewichtsreduktion, diätische Beratung
Verbesserung der Schlafhygiene (Vermeiden von abendlichem Alkohol, Sedativa, Pharmaka; regelmäßiger
Nachtschlaf)
Schlafpositionstraining
Orale und nasale apparative Hilfsmittel
Allergiebehandlungy
Nasale nächtliche Beatmung mit CPAP und BiPAP
Operativ:
Eingriff an der Nase
Adenotomie und/oder Tonsillektomie bei Kindern
Tonsillektomie und/oder Adenotomie bei Erwachsenen
Uvulopalatopharyngoplastik (UPPP) mit und ohne Tonsillektomie unter Schonung der Muskeln des weichen
Gaumens, wenn der Hauptkollapsort im Bereich des Velopharynx vermutet wird. Die UPPP sollte oberhalb
eines Apnoe-Hypopnoe-Index von 25, oberhalb eines »body mass index« (BMI) von 28 und bei
behandlungsbedürftigem Fehlbiß (maxilläre oder mandibuläre Retrognathie) nicht durchgeführt werden.
Laser assistierte Uvulopalatoplastik (LAUP) ohne Tonisillektomie oder beim schon Tonsillektomierten. Die
LAUP sollte oberhalb eines Apnoe-Hypnoe-Index von 10, oberhalb eines BMI von 28 und bei
behandlungsbedürftigem Fehlbiß (maxilläre oder mandibulläre Retrognathie) nicht durchgeführt werden.
Operationen an Zunge und Zungenbein, wenn die Hauptobstruktion retrolingual vermutet wird.
Mandibuläre und maxilläre Umstellungsosteotomien durch den Mund-Kiefer-Gesichtschiurgen.
Tracheotomie als ultima ratio
Ambulant/Stationär:
Diagnostik und Therapie in Abhängigkeit von der erforderlichen Untersuchungstechnik und des
Behandlungsverfahrens zum Teil ambulant möglich
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