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mcnep, am 13.9. 2005 um 15:21:44 Uhr
Kirchhof

Dass das KirchhofModell des einheitlichen Steuersatzes bei Anhängern des hergebrachten Progressionsmodells nicht auf Gegenliebe stößt, ist nachvollziehbar. Ein Vorschlag zur Güte, der beiden Seiten Genüge täte, wäre folgender: Das Progressionsmodell wird beibehalten, zugleich jedoch werden die Wahlstimmen gemäß des zu versteuernden Einkommens gewichtet. Es ist selbstverständlich, dass eine ungelernte Hilfskraft mit 800 Euro monatlich nicht den gleichen Anteil an den Zuwendungen des Staates eingezahlt hat, wie der Bankdirektor oder ein Fußballspieler. Das Wahlrecht wird also zu einem Multiklassenwahlrecht, bei dem bei entsprechter Taxierung die Stimme eines Einkommensmillionärs durchaus bis zu 1000mal stärker gewichtet würde, als die einer minderbezahlten Person, die zudem oftmals nicht über ausreichende schulische Bildung verfügt, die komplizierten Abläufe einer Demokratie anders als rein intuitiv zu erfassen. Politisch engagierten Menschen wird so ein Anreiz zur beruflichen Höherqualifizierung geboten, während der gleichgültige Wahlplebs, wie er besonders in den unterenSchichten der Bevölkerung anzutreffen ist, seiner Kompetenz entsprechend heruntergewichtet wird. Dieses neuartige Wahlsystem, nennen wir es einmal Kirchhof2010, hätte zwei entscheidende Vorteile: Zum einen wäre kurzund mittelfristig die volkswirtschaftlich zu begrüßende Vorherrschaft der einkommensstarken Schichten gesichert, zum anderen würden die hierdurch provozierten Antagonismen in der wachsenden Schicht der verelendeten Pisa-Opfer langfristig zur letztlich alleinig anzustrebenden kommunistischen Revolution im Lande führen.


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