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mcnep, am 3.4. 2005 um 00:47:38 Uhr
Krokodilstränen

Die Krokodilstränen, mit denen sogar der nichtkatholische Teil der Welt das Ableben des Papstes begleitet, gelten vermutlich nicht zuletzt der eigenen Vergangenheit, die hier zu Grabe getragen wird. Eine Reihe der Leute war noch nicht geboren, als dieser Papst ins Amt kam, wir haben damals darüber im Konfirmandenunterricht gesprochen, Kinder, die in dem Jahr des Amtsantritts geboren wurden, sind heute Arzt im Praktikum. Und anders als die greisen Dauerpotentaten in Afrika hat man ihn ja auch regelmäßig im Fernsehen zu Gesicht bekommen, da mußte gar kein Massaker als Anlass herhalten. Johannes Paul II. war so allgegenwärtig und zeitstrukturierend wie Freddie Frinton. Und während man bei letzterem doch immer schon genau weiß, an welcher Stelle er über den Tiger stolpert, brachte der Papst stets ein anrührendes Fuzzy–Element der Unwägbarkeit in seine Auftritte, das ihm noch viele Jahre eine gespannte Zuschauerschaft gesichert hätten.


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