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Die hölzerne Treppe war schmal, ausgetreten und etwas schmutzig. Die Thür der Wohnung im ersten Stock trug ein Messingschild, auf welchem ebenso schön wie einfach nur ein Name zu lesen war, der nichts weiter zu denken gab: „Huber“. Das etwas gebrechliche Geländer der Treppe war feucht anzugreifen, und das gefiel mir nicht. Was mich aber, als ich vor der Thür des zweiten Stockwerkes stand, wo die Zimmer zu vermiethen sein sollten, in ein äußerstes Erstaunen versetzte, war im Grunde eine Kleinigkeit, aber gerade hier und in diesem Hause, an diesem Orte erschien mir diese Kleinigkeit in hohem Grade bewundernswerth. Der lange, bequem in der Hand liegende Griff des Glockenzuges neben der Thür, die – wie ich gleich bemerken will – keinen Namen aufwies, war von äußerster Eleganz, war von schön geschliffenem grünem Glase und nahm sich, wie er aufleuchtend so hin und her schwankte, hier in dem halb ärmlichen oder doch höchst einfachen Hause so vornehm, so distinguirt aus, daß er gewiß geeignet war, durch seine Gegenwart meine bewundernde und staunende Aufmerksamkeit zu erregen.
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