"Vorrangig unter diesen ist die ideologische Funktion, die Existenz eines höchsten Wesens zu legitimieren, das der Hüter des Eingangs in den Himmel nach dem Tod ist. Stirner argumentiert, dass einer der großen Errungenschaften der Spätantike die Schaffung des Konzepts des Himmels ist. Der Himmel bietet dem Individuum in einer entfremdeten Umgebung eine Fantasie, in der »nichts Fremdes ihn mehr regelt und beherrscht.« Die Verneinung der Person durch die Gesellschaft, die Entfremdung von anderen und der Kampf gegen die Welt enden im Himmel. Der Himmel ist der Ort des freien Genusses des Selbst. Stirner behauptet, dass die sozialen und kulturellen Veränderungen in der späteren Periode der Antike nur die Herrschaft des Individuums durch die Natur und das Kollektiv reformierten und verbesserten." (»Max Stirner's Dialectical Egoism«, John F. Welsh, 2010) Gemäß Stirner war die Idee der Unabhängigkeit von der Umwelt das zentrale geistige Thema der Antike. Für mich reflektiert das eher den psychischen Zustand des Stirner. FÜr ihn scheint der Gedanke der Unabhängigkeit von Anderen, von seiner Umwelt, ganz entscheidend gewesen zu sein. Was dann später zur Entwicklung seines Soliplizismus oder Egoismus führen musste.