|
Daß der Ausgang des Kampfes mit den Engländern auch im Innern des eigentlichen China, eines Landstrichs, der mindestens fünfmal so groß ist, wie Deutschland, außerordentliche Bewegungen hervorgerufen habe, darüber hatte man lange Zeit hindurch keine bestimmte Nachrichten. Man hörte wohl bald nach dem Frieden von Nanking, daß sich in den südwestlichen Provinzen gewisse Reformbestrebungen kund gäben, daß sich eine mächtige Partei erhoben habe, welche sich bemühe, überall geheime Gesellschaften zu stiften und mittelst dieser das Volk gegen die verhaßte Mandschu-Dynastie aufzuwiegeln, und daß ein Nachkomme der vor zweihundert Jahren vertriebenen Ming-Dynastie von allen Seiten her Unzufriedene an sich zu ziehen suche und entschlossen sei, sein gutes Recht auf den Thron in Peking mit den Waffen geltend zu machen und dem chinesischen Volke, das von fremden Tyrannen niedergedrückt werde, eine bessere, ruhmreichere Zukunft zu eröffnen. Nachrichten dieser Art wiederholten sich von Zeit zu Zeit, fanden aber, da sie zu sehr den Charakter von Gerüchten an sich trugen, wenig Glauben, bis man endlich in englischen Blättern von einer Verschwörung las, die in Kanton im Jahre 1848 entdeckt und an den Theilnehmern, deren man habhaft werden konnte, auf das Grausamste bestraft wurde. Man erfuhr nun, daß ein Dreieinigkeits-Bund bestehe, der mit andern geheimen Gesellschaften den engsten Verkehr unterhalte, daß dieser Bund bereits eine bedeutende Streitmacht habe, und daß die Ermordung des kaiserlichen Statthalters in Kanton das Signal zum allgemeinen Aufstande hätte sein sollen.
|