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Die größte Drecksau der Literatur
Edinburgh in der Vorweihnachtszeit: Sergeant Bruce Robertson schuftet sich in seinem muffigen Mordkommissariat nicht gerade zum Krüppel, denn es gibt durchaus Erquicklicheres zu erledigen: nette Beschäftigungen auf der Herrentoilette, kleine Intrigen gegen Kolleginnen oder auch ein saftiger Sex ’n’ Drugs-Kurztrip nach Amsterdam. Da ist es natürlich äußerst ärgerlich, daß Bruce dann doch einen ekligen Mord aufklären soll, aber wer weiß, vielleicht springt ja endlich die erhoffte Beförderung dabei raus …
Forget Bad Lieutenant! Mit Bruce Robertson hat der Kultautor Irvine Welsh zweifelsohne eines der widerwärtigsten und skrupellosesten Arschlöcher der Literaturgeschichte erschaffen. Doch tief im Innersten dieses Arschlochs regt sich Widerstand gegen das Böse: und zwar in Gestalt eines Bandwurms, der das Verhalten seines Wirts kommentiert – ungefragt und mit der für anbeißende Würmer typischen, knallharten Moral.
Kurz nach Erscheinen der Originalausgabe von „Drecksau“ versuchte die britische Polizei eine einstweilige Verfügung gegen den Roman zu erwirken – und erwirkte damit logischerweise die perfekte PR für das Buch, das daraufhin wochenlang die Verkaufscharts anführte. Allerdings hätte Welsh durchaus auf die Schützenhilfe der uniformen Schmollbrigade verzichten können, denn dieses Buch spricht für sich. Ein gnadenlos geschmackloses Stück Realität, das auf beunruhigend geniale Art einfach drecksaukomisch ist.
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