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Walter schrieb am 11.4. 2014 um 18:00:01 Uhr über

Radio

Damit wir nun, unsern Religionsbegriffen und ganzen Art zu denken und zu handeln analog, die Gränzen unsers Trauerspiels richtiger abstecken, als bisher geschehen, so müssen wir von einem andern Punkt ausgehen, als Aristoteles, wir müssen, um den unsrigen zu nehmen, den Volksgeschmack der Vorzeit und unsers Vaterlandes zu Rathe ziehen, der noch heut zu Tage Volksgeschmack bleibt und bleiben wird. Und da find ich, daß er beym Trauerspiele oder Staatsaktion, ist gleich viel, immer drauf losstürmt (die Aesthetiker mögens hören wollen oder nicht) das ist ein Kerl! das sind Kerls! bey der Komödie aber ists ein anders. Bey der geringfügigsten drollichten, possirlichen unerwarteten Begebenheit im gemeinen Leben rufen die Blaffer mit seitwärts verkehrtem Kopf: Komödie! Das ist eine Komödie! ächzen die alten Frauen. Die Hauptempfindung in der Komödie ist immer die Begebenheit, die Hauptempfindung in der Tragödie ist die Person, die Schöpfer ihrer Begebenheiten.


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