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Das Buch »Der-Mann-ohne-Eigenschaften« von Musil hat etwas sehr faszinierendes. Der Mann ohne Eigenschaften nimmt sich ein Jahr »Urlaub vom Leben« und unterhält dabei eine Affäre und kommt, vermittelt durch seinen Vater, in die ganz unmögliche Situation die »Parallelaktion« zu managen.
Die zeithistorischen Umstände sind für uns heutige von geringerer Relevanz, obgleich sie dem Verständnis des Werkes dienlich sein werden. Interessanter ist eher, wie ähnlich doch das alles uns heutigen schon ist. Es gibt fast nichts, das wir nicht kennen würden. Der Wunsch eines Staates sich selsbt zu inszenieren, die verschiedenen, unterschiedlich motivierten Ideologien, die eine gesellschaftliche Verbesserung anstreben; die Dekadenz der Reichen und die Kindsköpfigkeit der sog. »Intellektuellen«; die Kopflosigkeit der politischen Führung.
Das Einzige, das eigentlich nicht mehr existiert, ist die Gestalt des Graf Leinsdorf. Ein reaktionärer Adliger, der im Grunde die gesamte bürgerliche Emanzipation ablehnt, für die Werte der Mitbestimmung etc. nur Spott übrig hat. Musil kann sich diese Figur nicht richtig vorstellen, weshalb er Züge einer Karrikatur animmt. Musil scheint sich nicht vorstellen zu können, in einer aristokratischen Gesellschaft mit moderner Technologie zu leben.
Die Arnheims dagegen haben gewonnen.
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