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Schließe ich die Augen, steht Jogger vor mir.
„Verschwinde“, sage ich dann, „laß mich die letzten Tage allein!“
Öffne ich sie, wird er unsichtbar, verschwindet aber nicht.
Ich sage zu ihm: „14 Tage noch! Dann darfst du mich in Baltimore besuchen!“ Ich schließe die Augen wieder, er steht da wie zuvor, zieht sein Hemd in die Höhe, zeigt mir seine Brust und eine schlecht verheilte Wunde.
Ein verschwörerischer Blick, keinesfalls anklagend, eher: schlag noch einmal zu, wenn du willst!
Er ist fort. Alle sind fort.
Ich habe einen vergessenen Zugang zum Dach gefunden: durch unser Observatorium. Es regnete den ganzen Tag. Einmal riß die Wolkendecke auf, eine schnurgerade Kante grenzte an einen halben wolkenlosen Himmel. Das sah ich und stieg sofort aufs Dach.
Die Horizontlinie auf dem Meer - sonst darf es in der Natur keine gerade Linie geben. Dem Kristall seien ein paar Zentimeter gestattet.
Jogger stand am Rand des Daches, direkt vor mir, ein Tritt hätte genügt.
Ich schloß Augen: er war fort. Öffnete sie: er war fort.
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