Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Fabeltier«
Tanna schrieb am 29.3. 2000 um 14:07:48 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Der Pfälzer Nationalvogel Elwetritsche
- anderwärts auch Elwentritsche oder Ilwentritsche genannt - ist rein äußerlich den Trappen ähnlich (nicht Trappern), hat die Größe eines Huhns und seine Flügel taugen nicht viel, weshalb er das bergende Unterholz volkstümlicher Überlieferungen nur ungern verläßt.
Die enorme Seltenheit von Abbildungen der Elwetritschen erklärt sich ersten aus der Tatsache, daß sie nur nachts unterwegs sind, und zweitens, daß diese Vögel als außerordentlich wohlschmeckend gelten. Aus diesem Grunde werden die erbeuteten Exemplare erfahrungsgemäß stets unverzüglich für den Verzehrt zubereitet, ohne daß zuvor ein Paßbild angefertigt wird. Das Verbreitungsgebiet der Elwetritschen umfaßt die gesamte rechts- und linksrheinische Pfalz. Über ihre Ernährung erfuhren wir von einem Kenner: »Die Elwetritsche vertilgt neben tierischer Wurmkost auch «Schbarfinkelkraut», Bettsächer«, »Marau« und ähnliche Würzkräuter und
bevorzugt im Herbst das Fleisch der »Madameschenkel« sowie die goldgebrätelten spätzulesenden Beeren der Sylvanertraube. Daher stehen die Weintrinker zu ihr in einem angespannten Verhältnis".
Die letzte Feststellung erklärt offenbar auch, weshalb der Entschluß, eine Elwetritschenjagd zu veranstalten, sehr oft zu später Stunde unter Weintrinkern am Wirtshaustische heranreift. Diese Tatsache ist wiederum der Grund dafür, daß Unternehmungen dieser Art so oft mißlingen. Aber nicht nur Schweigsamkeit ist bei einer Elwetritschenjagd vonnöten, sondern auch Scharfsinn und präzis durchdachte Fangmethoden. Im allgemeinen macht man sich hierbei die Tatsache zunutze, daß Elwetritschen, wenn sie sich außerhalb ihrer geheimen Wechsel bewegen, sich mit Vorliebe zur Kurssteuerung der Leuchtkäfer und Glühwürmchen bedienen. Die Jäger ziehen daher mit Stall-Laternen, sogn. »Lozern«, in das Jagdgebiet, in welchem sie die Elwetritschen vermuten. Hier werden jeweils zwei Lozer in eine Linie gestellt, in deren Mitte rechtwinklig dazu der Fangsack postiert wird. Der kritische Punkt der ganzen Aktion liegt in der Tatsache, daß die Sacköffnung von einem der Jäger ständig offengehalten werden muß, man aber bis zum letzten Augenblick nicht weiß, ob das Elwetritschenwild von vorn oder rückwärts anläuft. Sehr vorteilhaft ist's, wenn der Fangsack knapp über einen Wasserlauf gehalten wird, weil durch das Wasser das Tempo der einlaufenden Elwetritschen gebremst wird und eventuelle Korrekturen der Sacköffnungsrichtung daher sicher vorgenommen werden können.
Zum Schluß noch ein Tip: Die Schlachtung der gefangenen Elwetritschen geschieht durch Drehung des Halses um 2 mal 360°. Voraussetzung dazu ist allerdings, über den betreffenden Vogel zunächst einmal zu verfügen.
nach Erich Werres
Mäggi schrieb am 16.9. 2001 um 18:25:59 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
und da lief es direkt vor mir über die straße, das lange gesuchte fabeltier. silbrig grau glänzte sein fell im sonnenuntergang, die weißen dreieckigen hornplatten, die sich wie ein aalstrich am rückgrat entlangzogen, blitzten unschuldig die letzten sonnenstrahlen zurück, die langen säbelzähne blieben unsichtbar. nur die schüsselförmigen plüschohren wollten unruhig umherwandern, wurden aber von dem jungen, das auf dem rücken des tieres ritt, als halterung benutzt. die filigranen finger schlossen sich um die ohren, und im freien gelände beschleunigte das muttertier, wohl wissend, welche gefahr vom gesehen-werden ausgeht. was für ein schöner anblick! vor lauter staunen vergaß ich, die schußbereit gehaltene kamera zu betätigen...
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