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Man ist, was man isst. Auf der Straße laufen mir Selleriestengel, Riesenburger, Tütensuppen und Steaks entgegen. Oder: man ist, WIE man isst. Knauserig, lustvoll, gierig, diszipliniert, chaotisch. Aversionen entstehen in mir, wenn ich Menschen beim Essen beobachte. Im Zug, am Stand, auf der Straße. Der Eine schafft es, eine halbe Stunde an seinem Reiskeks zu knabbern, den er zwischen den Frontzähnen zermahlt. Der Andere wickelt seine selbstgeschmierten Schnitten aus 2 Schichten Alufolie, um sie erst andächtig zu wenden und dann systematisch zu vernichten. Beim Nächsten quillt bei jedem Biss in die Currywurst die rot-weiß Sauce aus dem Brötchen, um sich im ganzen Gesicht zu verteilen. Auch beliebt: der Molke-Müsliriegel, noch während des Joggens verzehrt. Aber eigentlich alles egal: alles is(s)t. Ich esse, also bin ich.
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