Es gibt genau 2 Arten von Leuten, die sich Gedanken über Gedanken machen: (1) Leute die Frege, Husserl oder Wittgenstein gelesen haben. (2) Zwangsneutrotiker und solche, die sie heilen wollen. Worin unterscheidet sich der Zugang zwischen diesen beiden Wegen nun genau? Man kann feststellen, dass man in jedem Falle nicht damit aufhören kann, sich Gedanken zu machen. Der Versuch, sie abzubrechen, führt nur dazu, dass sie umso penetranter im Bewusstsein bleiben. Beiden Zugängen ist auch gemeinsam, dass sie nur wenig praktisch nutzbares hervorgebracht haben. Freges überlegungen mögen indirekt in die Entwicklung von Computern eingeflossen sein (warum heißt es z. B. »Denotationsfunktion« in der Logik, schon mal darüber nachgedacht?), Wittgensteins in die der Sprachakttheorie. Husserl wohl sogar ein bisschen in die Psychologie. Der zweite Zugang dagegen doktort so ein bisschen an den psychischen Problemen anderer Leute herum. Aber die großen Theorien auf den Feld kommen eigentlich auch nicht vom nachdenken über Gedanken her. Unterscheiden tun sich die beiden Vorgänge eigentlich nur im Sinn und Zweck. Betrachtet (1) die Verbindung der Gedanken mit der Wahrheit, der Aussenwelt (bzw. den »Wahrmachern«), so betrachtet (2) die Gesetze und Assoziationen der Gedanken untereinander.