01 - Am Anfang war der Wunsch Wer auf den Mars will, muss durch die Hölle. Nicht die mit glühenden Kohlen und dem Teufel. Der Flug durch das Nichts, durch die unendliche Dunkelheit, ist noch der einfachere Teil. Nach vorne sehen wir noch keinen Mars und nach hinten keine Erde mehr. Die Hoffnung, heil anzukommen, reicht nicht. Wir werden heil ankommen. Und wir werden wieder zurückkehren zur Erde. Die große Herausforderung ist die Marsstation. Nicht die Forschung auf dem Mars ist die wichtigste Aufgabe. Das Überleben auf dem Mars ist weit wichtiger. Und wir werden überleben. Forschen ist Entspannung pur. Forschen ist Therapie, wenn einer durchdreht. Das lange Zusammenleben in der Marsstation ist unser größtes Problem. Wir müssen sein, wie es Menschen eigentlich niemals sind. Wir müssen hart sein gegenüber uns und anderen. Und gleichzeitig tolerant und einfühlsam. Wir müssen das Zusammenleben überleben. Und das müssen wir üben, üben und nochmals üben. Nur niemand weiß, was wir genau üben müssen. Die weit ab gelegene Station am Rande der Wüste ist unser Spielfeld. Hier simulieren wir das Leben auf dem Mars. Und wer hier nicht überlebt, hat auf dem Mars nichts zu suchen. Wer von uns das sein wird, ahnt niemand. Müssen wir uns nur zusammenraufen, oder müssen wir im Zweifelsfall auch einen Kollegen, einen Freund umbringen? Niemand weiß es.