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Susanne schrieb am 10.8. 2006 um 16:25:49 Uhr über

SusannesLieblingsTexte

Ich liebe das Schweigen,
das meine Stimme umgibt
und mild über mich sinkt,
Hauch von Poesie;
ich liebe das Schweigen
das mich beim Arm nimmt
und hüllt
in Tücher aus Atlas,
In Schleier und Flocken
und mich trägt, weit weg
auf Taubenfedern.

Ich liebe die kleinen Dörfer
die Ameisenhäuser
die Wege im Mai:
wenn der Monat
August kommt,
mit der wirklichen Hitze,
und alle Dinge
wie auf Watte
zu ruhen scheinen
und die Menschen im schattigen Winkel
ein Schläfchen machen
und in den Ställen die Tiere ruhen
die Hähne nicht krähen
die Glocken nicht läuten
wenn die Küster,
auch sie,
eingenickt wie Kinder
(dominus vobiscum)
im heiligen Schatten der Sakristei
die Kühle genießen.

Ich liebe den Tod,
der ohne Türknarren ins Haus tritt
und mit Feenfingern
(Man sieht sie nicht, man spürt sie nicht)
die Augen schließt, den Mund schließt
und dir leicht übers Haar streicht,
über die Stirn, die Wangen,
die Tränen dir trocknet,
und dich weiß macht wie einen Heiligen,
deine Hände kreuzt,
der dir soviel Licht gibt,
und dir, mit einem Kuß,
süß wie Honig, die Himmel öffnet:
ich liebe den Tod, den schweigsamsten von allen..

Das Schweigen (Lu silenziu/Il silenzio)
Ignazio Buttitta
aus dem Italienischen von Agathe Haag, Thomas Schmid und Klaus Wagenbach
(aus Feibeuter 2, 1979)


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