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Träumer, am 2.11. 2005 um 12:10:33 Uhr
Zweigeschlechterwesen

Man nennt es auch Anrogyne oder Gynander. Männliches oder weibliches Eingeschlechterwesen bleibt im Gefängnis seines Ichbewußtseins stecken. Unfähig zur Liebe, weil unfähig, sich zu verschenken und zu verlieren, kann für das Eingeschlechtswesen, das andere Geschlecht nie mehr als ein Mittel für seine Ichsucht und als Zweck seiner Lustbefriedigung und Fortpflanzung sein. Erst durch die Dynamik der Liebe im menschlichen Zweigeschlechterwesen heilt der Riß zwischen den Geschlechtern, im Dritten Geschlecht vereinigt sich die vollkommene Liebe, und Erfüllung des individuellen Seins tritt ein.
Wer sich aber nicht als zweieinige Monade fühlen kann, dem bleibt auch das Seelen- und Geistesleben des ursprünglichen und natürlichen Menschen unverständlich.
Das Zweigeschlechterwesen ist ein Subjekt der Magie, entstanden aus dem eingeschlechtlichen Zweckmenschen der Norm, älteste Symbolsprache des ältesten metaphysischen Tiefsinns, allen Völkern des antiken Kulturkreises, aber auch im Denken der Naturvölker bekannt. Es gilt die jüngeren, feindseligen Gedanken beiseite zu schieben, zurück und voraus zum ursprünglichen Weltbild, fort von der Isolierung, über das Zweigeschlechterwesen in wunderbarer Einfachheit und Geschlossenheit.
(Otfried Eberz)



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