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Die Leiche schrieb am 26.10. 2009 um 17:11:09 Uhr über

nackt

Zur Nacktheit hatten die Zeitläufte im großen und ganzen ein recht entspanntes Verhältnis - auch in der Neuzeit war dies so gewesen, bis sich aus dem Geist des Protestantismus nicht nur die Erwerbsethik des Kapitalismus, sondern auch eine phantastische Prüderie entwickelte. Nach ihrem englischen Mutterland nennt man ihre höchste Entwicklungsstufe »viktorianische Prüderie«. Der Katholizismus der Gegenreformation hat sich dem nolens volens angeschlossen.

Das 20. Jahrhundert erlebte insofern erstaunliche aufs und abs. Mit den Monarchieen fiel auch jene Prüderie, um nach 1945 im Zuge einer konservativen Restauration fröhliche Urständ zu feiern. Das die Nazis und ihre italienischen Vorbilder das Nackte ebenfalls für sich reklamiert hatten, hat dem Nackten auch nicht gerade gutgetan.

Das hielt sich bis zur 68er-Bewegung, in dem Nacktheit als Bruch des restaurierten Tabus wiederrum in wurde - eine Bewegung, die sich schließlich durch das internet verstärkte, daß insbesondere in seinen unregulierten Anfangsphase die dollsten Nuditäten für jederman zugänglich machte. Zumindest ein Zug der gegenwärtigen Zeit, den man als angenehm ansehen kann: man kann - wieder einmal - recht ungeniert nackig sein, wenn man es wünscht.


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