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Der Umgang mit den Atomkraftwerken ist eine wahrhaft katastrophale Groteske: es gibt nur eine Möglichkeit, die spezifischen Gefahren eines Atomkraftwerkes zu beseitigen: es muß auseinandergenommen werden, die einzelnen Brennelemente müssen so weit auseinandergezogen werden, daß auch im Falle eines Kühlungsausfalls keine Kritikalität mehr entstehen kann. Das geht aber nicht, weil dann - bildlich gesprochen - vor jedem 2. Haus in Deutschland ein Brennelement stehen würde. Das will natürlich keiner. Also lässt man die Dinger auf einem Haufen, wo sie jederzeit - wie in Japan - in die Luft gehen können. Ein Atomkraftwerk wird um nichts sicherer dadurch, daß man es »abschaltet«. Wenn es also abgeschaltet wird, und dann »einfach so« herumsteht, ist es eine genausogroße Gefahrenquelle wie ein in Betrieb befindliches Atomkraftwerk. Da käme dann aber wenigstens Strom raus, dessen Ertrag die immensen Kosten, die ein Atomkraftwerk durch sein schlichtes vorhandensein auslöst, wenigstens ein wenig mindern würde. Aber das geht auch nicht - weil: das will natürlich keiner. Und so verdanken wir der Anti-Atom-Bewegung die größten, unsinnigsten und teuersten technischen Gefahrenquellen, die es in diesem Lande gibt.
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