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In meinem Elternhaus war ein Povoll eine Selbstverständlichkeit, zwar nicht täglich verabreicht, aber doch als beständige Drohung gegenwärtig. Meine Eltern waren der Ansicht, daß Kinder in gewissen Abständen Hintern voll brauchen, wenn man nach elterlicher Meinung fällig war. Der Empfang der Schläge war durchritualisiert. Austragungsort war das Wohn- oder Schlafzimmer, ein Elternteil allein mit dem zu versohlenden Kind (sollten alle versohlt werden, geschah das nacheinander, ohne Gegenwart von Zeugen. Jeder hatte im Flur zu warten, bis er drankam, und hörte angstvoll die Klatschgeräusche und das Schreien der Vorgänger). Im Strafzimmer hatte man den Po freizumachen und mußte sich über den väter- oder mütterlichen Schoß legen. Als wir kleiner waren, gab es kräftige Schläge mit der Hand, später mit einem ganz fürchterlichen, langen und sehr stabilen Holzlineal, machmal auch - als Linealersatz - mit einem hölzernen Kleiderbügel ohne Haken. In meiner kindlichen Wahrnehmung dauerten diese Züchtigungen endlos lange. Aber vielleicht stimmt das nicht? Vielleicht waren es nur die berühmten 25 Schläge?
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