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Komasaufen - Kampftrinken hieß das früher. Dazu wurden Zweiliter-Bomben Lambrusco gereicht, ein angeblicher Rotwein, der den Namen nicht verdiente, der eigentlich nicht in Kehlen gehörte sondern in den Abfluss. Ralf, dessen Eltern etwas betuchter waren, brachte mal eine Flasche Dimple mit, 12 Jahre alten schottischen Whiskey, wahrlich ein Frevel in jugendlichen Schlunden, aber was war das für ein Fest. Anschließend ging es nächtens ins geschlossene Freibad, betrunken mit den Mofas, und im Freibad dann auf den Zehnmeterturm geklettert. Was da hätte passieren können. Im Winter hätte man auch einbrechen können auf viel zu dünnem Eis mit viel zu großem angetrunkenen Mut. Und es war auch wahrlich keine Heldentat sondern lebensgefährlich, als so eine angetrunkene Gruppe am anderen Flussufer ein Ruderboot kaperte und, nautisch komplett unerfahren, mit dem Boot quer über den Rhein setzte. Streng genommen war es nicht nur Leichtsinn, sondern auch Diebstahl und Sachbeschädigung. Das massenhafte Abreißen von CDU-Plakaten in irgendeinem Wahlkampf der Siebzigerjahre war auch weniger eine politische Tat als eine erheblich angefeuerte, ziemlich überflüssige Mutprobe.
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