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Hallo ihr Lieben,
hier möchte ich euch erzählen, wie mein zweiter Tag auf dem A-Camp auf
der Burg Lutter angefangen hat:
Heute nacht hab ich die Lesben die ganze Zeit poppen gehört, ja, Zelte
sind hellhörig! Ich habe natürlich nicht hingehört, wie sich das gehört
für einen schuldbewussten Mann. Morgens kam dann endlich die vegane
Kochgruppe Rampenplan (1) aus Holland rübergeschranzt. Da gibt es wieder
lecker Mören, und ich werde beim Schnippseln helfen, damit ich nicht
wieder anfange, unkontrolliert zu onanieren. Darüber möchte ich nicht
nur mit meiner Männergruppe WWW. [UTF-8?](„Wauzi-Wauzi-Wauzi“) sprechen, sondern
auch hier auf dem Camp Menschen finden, die ähnliche Probleme mit
unkontrollierter Sexualität haben. Bisher unterdrücke ich das immer und
hab mich noch nicht geoutet.
Mit Rampenplan sind auch Tütüt und Töttöf auf ihren feschen Fahrrädern
auf der Burg Lutter angekommen. Davon bin ich auch aufgewacht. Der
Geruch in meiner Nase war dermaßen beißend, dass ich dachte, ich hätte
gestern noch nasale Drogenexperimente gemacht. Dabei nehme ich keine
Drogen, um ja bieder und angepasst alle PC-Regeln einhalten zu können.
Wer Tütüt und Töftöf sind? Ja, meine Güte, die tauchen seit ungezählten
Jahren auf den A-Camps auf und sind ganz besondere Anarchisten. Die
waschen sich nämlich wirklich NIE! Die rennen halbnackt auf Stumpfen
durch die Gegend und schon beim Frühstück wird mir jedes Mal kotzübel,
wenn ich sehe, dass die beiden über die Jahre eine extra Außenhaut
angelegt haben. Wirklich, das ist ganz fest gewordener Dreck, der an
heißeren Tagen auch schon mal abbröckelt, wohin kann sich am
Frühstückstisch jeder und jede denken! Dazu gesellen sich die Gerüche
nach Moder und Fäulnis. Zum Glück habe ich in meiner Männergruppe WWW.
gelernt, dass beim Menschen das Geschlecht völlig egal sein soll. Wenn
man und Frau bei Tütüt und Töftöf dann genauer Hinsieht, dann kann dabei
eine Analogie zur Frühstücksmarmelade ins Auge springen, nämlich eine
unter diesem Dreckmantel befindliche weitere Schicht aus hartem und
weichem Schorf, der sich um die immerwährenden Entzündungen der
eigentlichen Hautoberfläche rankt. Dieser Schorf schimmert, wenn er
frischer ist, rötlich durch den äußersten Dreckmantel hindurch, wie
Lavagestein, dass sich seinen flüssigen Weg bahnt durch die bereits
erkaltete Außenhaut beispielsweise eines Vulkans. Tütüt und Töftöf
bieten als Fachkundige auch Seminare auf den Camps an, nämlich wie man
und Frau durch permanente Faulheit die Welt verbessert. Niemensch weiß,
wo die beiden eigentlich herkommen, wie alt sie sind oder ob sie jemals
anders aussahen.
Ich werde schon bald weiter berichten können. Nun muß ich zum Campplenum!
Ökofeministische Grüße
Klaus D.
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