|
An den Abend
Ugo Foscolo (1803)
Vielleicht weil der unabwendbaren Ruhe
du das Abbild bist, kommst Du mir so lieb,
o Abend! Und wenn dich hofieren froh
die Sommerwolken und die heiteren Zephyre,
und wenn sich vom schneeverhangenen Himmel unruhige
und lange Finsternisse in die Welt du treibst,
stets kommst du ersehnt herab, und die heimlichen
Wege meines Herzens ergreifst du sanft.
Umherschweifen läßt du meine Gedanken, den Spuren folgend,
die zum ewigen Nichts führen; indes flüchtet
diese grausame Zeit, und mit ihr gehen die Scharen
der Sorgen die mich wie sie aufzehren;
und während ich deinen Frieden beschaue, schlummert
jender kriegerische Geist, der sonst in mir brüllt.
|