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Das überraschendste am vergangenen Karfreitag haben nur wenige begriffen. Der lauteste Beifall kam von unseren zahlreichen Chorbuben, die dieses Mal nur zuhörten, weil Pergolesis Stabat Mater nur für Solisten ist: Sopran und Alt.
Da die Solisten immer wechselten, und immer Ersatzleute bereit sein müssen, konnten fast 20 Buben aktiv teilnehmen.
Warum nur fehlt gerade dann der Ersatzmann, als Florian beim »O quam tristis« ausfällt! Ein heftiges Nasenbluten, das schon gestillt schien, war wieder ausgebrochen.
Und da springt Felix ein.
Felix, der noch nie Solist war, überhaupt noch nie mitgesungen hat!
Er nimmt bei allen Proben aufmerksam teil.
Und dirigiert mit.
Ihm zuliebe drehen sich immer welche um und achten auf Felix, nicht auf den dirigierenden Friedrich.
Er sang perfekt. Auswendig wie alle anderen auch! Sein Latein war lustig verdreht: »Mater universiti« statt »Mater unigeniti«.
Wie froh wäre ich, wenn auch nur 1 Aufmerksamer außer mir das bemerkt hätte.
Ich musste, als O quam tristis beendet war, einfach los - Felix an der Hand nehmen - wir verbeugen uns - und begeisterter Beifall von den versammelten Chorbuben.
Felix singt also Sopran. Jetzt wissen wir es.
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