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ungerichteter Graf schrieb am 4.8. 2026 um 23:33:13 Uhr über

Epikur

Epikur unbestreitbarer Beitrag zur Geistesgeschichte Europas besteht in drei Dingen: Erstes gab er ein passables Feindbild für die Christen ab, von der Antike bis hin in die Gegenwart; zweitens fasste er menschliche Staaten als Vertragsgemeinschaften auf und inspirierte auf diesem Wege Hobbes, Locke und selbst moderne Spieltheoretiker; drittens im Epikur-Trilemma, welches von manchen dem David Hume zugesporchen wird.

Das Epikur-Trilemma lautet: Wenn Gott allmächtig, allgütig und allwissend ist, wieso gibt es in der Welt dann Übel?
Entweder Gott weiß, dass es in der Welt schlimme Dinge gibt und kann etwas dagegen tun, entscheidet sich aber dagegen, dann ist er kaum gütig zu nennen.
Oder er kann etwas dagegen tun, aber weiß nichts davon, dann ist er klar nicht allwissend.
Oder er weiß etwas vom Übel der Welt und möchte auch etwas verändern, kann aber nicht -- dann ist er nicht allmächtig.

Das ist der Kern der Theodizee oder des Problems des Bösen. Christentum, Islam und Judentum, sowie im Grunde jede monotheistische Religion, die auf diesen »omi-Attributen« besteht, fällt diesem Problem zum Opfer.
Seltsamerweise nicht notwendigerweise auch der Pantheismus oder Polytheismus. Bei letzteren gibt es einfach mehrere Götter, die sich ausschließen. Pantheismus ist eine Frage der Formulierung.
Der Deismus jedoch... er fällt sehr wohl unter das Problem!


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