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Islam - Geschichte und heute II.: Attaschahhud -- Glaubenszeugnis
Attahiyyatu lillah, azzakiyyatu lillah -- Die
Begrüßungen seien GOTT, die guten Tätigkeiten
seien GOTT
Assalawatu attayyibatu lillah -- Die guten Gebete
seien GOTT
Assalamu aliaka ayyuha nnabiiyyu wa rahmatu
llahi wa barakatuh -- Friede sei mit Dir, o Prophet,
und mit Dir seien auch Erbarmen und Segen
GOTTES
Assalamu alaina wa ala ibadi llahi ssalihien --
Friede sei mit uns und mit den guten Dienern
GOTTES
Aschhadu alla ilaha illa llahu wahdahu la
scharieka lah -- Ich bezeuge, daß es keinen Gott
außer GOTT gibt, der einzig ist und keinen Gefährten
hat
Wa aschhadu anna mahammadan abduhu wa
rasuluh -- Und ich bezeuge daß Muhammad der
Diener und Gesandte GOTTES ist
Wenn das Gebet aus zwei Rakaas besteht, wie Sobh zum Beispiel, dann mußt du
deinen Kopf senken und ihn zuerst nach rechts und dann nach links drehen und sagen:
Assalamu alaykum -- Friede sei mit euch
Assalamu alaykum -- Friede sei mit euch
Das Gebet ist jetzt vollendet.
Wenn das Gebet jedoch aus vier Rakaas besteht, wie zum Beispiel Dohr, Asr und Ischa, oder aus drei Rakaas, wie nur
das Maghribgebet, mußt du die Tahiyya ohne Assalamu alaykum zu sagen beenden.
Du mußt aufstehen nachdem du gesagt hast:
Wa aschhadu anna mahammadan abduhu wa rasuluh -- Und ich bezeuge daß Muhammad der Diener und Gesandte
GOTTES ist
Wenn du noch eine oder zwei Rakaas beten willst, wie es das Gebet vorschreibt, dann liest du für die dritte und vierte Rakaa
in einer leisen Stimme nur die al-Fatiha vor, und wiederholst danach dieselben Bewegungen.
Nachdem du die dritte Rakaa oder zwei Rakaas gemacht hast, sagst du zum zweiten Mal »Attahiyyatu«. Danach drehst du
deinen Kopf nach rechts und sagst: Assalamu alaykum. Darauf drehst du ihn nochmals nach links und sagst: Assalamu
alaykum.
Nachdem du das Gebet beendet hast, mußt du folgendes sagen, bevor du deine Position änderst:
La ilaha illa llah -- Es gibt keinen Gott außer GOTT
La ilaha illa llah -- Es gibt keinen Gott außer GOTT
La ilaha illa llah -- Es gibt keinen Gott außer GOTT
muhammadun rasalu llah -- Muhammad ist der
Gesandte GOTTES
Immer noch in dieser Position kannst du etwas Dikr hinzufügen, indem du mit der Vorlesung der Verse des »Throns« beginnst.
Die Verse des Throns
Allahu la ilaha huwa lhayyu lqayyum -- GOTT!
Es gibt keinen Gott außer ihm, dem Lebendigen,
dem Ewigen.
La taakhuduhu sinatun wa la naum -- Nicht
ergreift Ihn Schlummer und nicht Schlaf.
Lahu ma fi ssamawati wa ma fi lard -- Sein ist,
was in den Himmeln und was auf Erden.
Ma da lladi yaschfa´u indahu illa bi idnih --
Wer ist's, der da Fürsprache einlegt bei ihm ohne
seine Erlaubnis
Ya´lamu ma baina aydiehim wa ma khalfahum
-- Er weiß, was zwischen ihren Händen ist und was
hinter ihnen,
wa la yuhituna bi schayin min ilmihi illa bi ma
schaa -- und nicht begreifen sie etwas von seinem
Wissen, außer was er will.
Qasi´a kursiyyuhu ssamawati wa lard -- Weit
reicht sein Thron über die Himmel und die Erde,
Wala yauduhu hifduhuma -- und nicht beschwert
ihn beider Hut.
Wa huwa l´aliyyu l´adiem -- Denn Er ist der
Hohe, der Erhabene.
Dann mußt du 33 mal wiederholen:
Subhana llaha -- Gepriesen sei GOTT
Al hamdu li llah -- GOTT sei Dank (33 mal)
Allahu akbar -- GOTT ist der Größte (33 mal)
Du kannst auch die folgenden Verse vorlesen:
Rabbana atina fi ddunya hasanatan wa fi
lakhirati hasanata wa qine adaba nnar --
unser Herr, gib uns hienieden Gutes und im
Jenseits Gutes und hüte uns vor der Strafe des
Feuers.
Danach hebst du deine Hände zu der Höhe deines Gesichts und sagst:
Wa lhamdu li llahi rabbi l´alamien -- Gott sei Dank, der Gott unserer
Welt ist.
Dann wünschst du von Gott, daß er den Propheten Muhammad segnet, der uns den echten Weg führte, weil er uns ein gutes
Beispiel gegeben hat.
Rolle [!] deine Hände mit unterwürfigem Benehmen zusammen, und dann verrichtest du Assalawat:
Assalawat
Assalatu wa ssalamu aalayka ya sayyidi ya
habiba llah -- Friede sei mit dir, o mein Herr, o
Freund Gottes
Assalatu wa ssalamu aalayka ya sayyidi ya
nabbiyya llah -- Friede sei mit dir, o mein Herr, o
Prophet Gottes
Assalatu wa ssalamu aalayka ya sayyidi ya
rasula llah -- Friede sei mit dir, o mein Herr, o
Gesandter Gottes
Alfu salatin wa alfu salamin aalayka wa aala
alika wa ashabika ya khayri khalqi llah --
Tausende Gebete und Frieden seien für Dich, für
seine Verwandten und für seine Begleiter, o Herr,
der das beste Geschöpf Gottes ist
Wa lhamdu li llahi rabbi l´alamin -- und Gott sei
Dank, der Gott der Welt ist.
Nun kannst du diese wiederholen, weil du Gott deine Aufgabe gemacht hast."
Zusammenfassung des Ablaufs der einzelnen Gebete
Dohr
1.Fatiha und Sure
2.Fatiha und Sure
Tahiyya
3.Fatiha
4.Fatiha
Assalamu aalaykum
in leiser Stimme
Asr
1.Fatiha und Sure
2.Fatiha und Sure
Tahiyya
3.Fatiha
4.Fatiha
Assalamu aalaykum
in leiser Stimme
Maghrib
1.Fatiha und Sure
2.Fatiha und Sure
in lauter Stimme
Tahiyya
3.Fatiha in leiser Stimme
Assalamu aalaykum
Ischa
1.Fatiha und Sure
2.Fatiha und Sure
in lauter Stimme
Tahiyya
3.Fatiha in leiser Stimme
4.Fatiha in leiser Stimme
Assalamu aalaykum
Sobh
1.Fatiha und Sure
2.Fatiha und Sure
in lauter Stimme
Tahiyya
Assalamu aalaykum
Fadhr
1.Fatiha und Sure in leiser Stimme
2.Fatiha und Sure in leiser Stimme
Tahiyya
Assalamu aalaykum
Schaf
1.Fatiha und Sure
2.Fatiha und Sure
in lauter Stimme
Tahiyya
Assalamu aalaykum
Watr
1.Fatiha und Sure
in lauter Stimme
Tahiyya
Assalamu aalaykum
Das Gebet muß in der Sprache des Korans ausgesprochen werden
Stellung beim Gruppengebet
"Wenn man mit dem Imam alleine betet, muß man auf der rechten Seite des Imams stehen. Wenn es aber zwei oder mehr
Menschen sind, müssen sie hinter ihm stehen. Wenn eine Frau dabei ist, muß sie hinter den Männern stehen.
Wenn ein Mann und seine Frau zusammen beten, muß die Frau hinter ihrem Mann stehen und zwar auf der rechten Seite."
Das Freitagsgebet
"Dieses Gebet ist von Gott angeordnet. Du mußt zu der Moschee eilen, wenn der Imam in dem Rednerpult sitzt und der
Muezzin vom Minarett anfängt, die Gläubigen zu rufen. Dann muß alle Kaufmänner aufhören und alles andere, das dich davon
abhalten könnte, zum Gebet zu eilen [!]. Dieses Gebet besteht aus zwei Rakaas, die vom Imam laut ausgesprochen werden.
Die Predigt wird gegeben, bevor das Gebet beginnt. Bevor du dich zur Moschee begibst, mußt du dich gründlich gewaschen
haben.
Es ist außerdem erwünscht, daß du deine besseren Kleider anziehst und dich für die Angelegenheit parfümierst."
Dritter Pfeiler: Abgabe (Zakat)
Zakat wird oft mit Armensteuer übersetzt. Dies gibt aber nur einen Teil dessen wieder, für was Zakat zu entrichten war. Heute
wird Zakat allerdings gewöhnlich nur noch als Verpflichtung zur Geldspende für karitative Zwecke betrachtet und
unterscheidet sich kaum mehr vom Almosen.
Nach einem Fiqh-Werk der Shafii-Rechtsschule aus dem 11. Jhdt. nach Chr. mußte die Zakat an acht Gruppen verteilt
werden:
1.die Einnehmer der Abgabe
2.die Mittellosen
3.die Bedürftigen
4.solche, deren Herzen gewonnen werden soll:
1.Ungläubige, deren Bekehrung man sich erhofft, und Ungläubige, von denen man Feindseligkeiten
befürchtet
2.Muslime: wichtige Persönlichkeiten, von denen man hofft, daß sie in ihren Gesellschaftskreisen
Ungläubige bekehren; sowie muslimische Stämme, bei denen man durch die Spende Festigung im
Glauben erwartet
5.Sklaven zum Freikauf aus der Sklaverei
6.Schuldner
7.Freiwillige im Heiligen Krieg, die keinen regulären Sold erhalten
8.Reisenden, deren Reise religiösen Zwecken dient
Zitiert in
Williams, John Alden:
Der Islam. -- Genf : Editio Service, 1973. -- (Die großen Religionen der Welt). -- S. 141f.
Vierter Pfeiler: Fasten (Saum) im Monat Ramadan
Jeder erwachsene gesunde Muslim muß während des Ramadan von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf jegliche
Nahrungsaufnahme und den Genuß von Nikotin verzichten sowie sexuell enthaltsam sein.
Der Ramadan gilt als besonders gnadenreiche Zeit, weil es der Monat der Offenbarung des Korans gilt.
Fünfter Pfeiler: Pilgerreise (Haddsch) zur Ka´ba in
Mekka
Jeder erwachsene Muslim -- ob Mann oder Frau -- ist verpflichtet, einmal im Leben die große Pilgerfahrt durchzuführen, falls
er dazu imstande ist.
Im Zentrum dieser Pilgerfahrt steht die Erinnerung an Abraham, der nach muslimischem Glauben die Ka´ba gegründet hat.
Viele Riten der Pilgerfahrt sind direkt mit den Handlungen Abrahams und der Seinen verbunden
Weiterführende Ressourcen:
Kaidi, Hamza:
Mekka und Medina in Farbe / Hamza Kaidi unter Mitarbeit von Nadjm Oud-Dine Bammate und El Hachemi Tidjani. Unter
Schirmherrschaft der Organisation der Islamischen Konferenz. -- Paris : les editions j.a., 1992. -- 225 S. ; Ill.. -- (Reisen
heute ; Bd. 49). -- ISBN 2-85258-236-8. -- EST: La Mecque et Medine aujourd´hui <dt.>. -- {Wenn Sie HIER klicken,
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Ein Pilgerführer mit ausführlicher Anleitung zu allen Riten. Sehr empfehlenswert!
Regeln für soziales Verhalten
Wichtige Grundgebote enthält Koran, Sure 17, 22-38:
1."Setz nicht dem einen Gott einen anderen Gott zur Seite, damit du schließlich nicht getadelt und verlassen dasitzest!
2.Und dein Herr hat bestimmt, daß ihr ihm allein dienen sollt.
3.Und zu den Eltern sollt ihr gut sein. Wenn Vater oder Mutter oder alle beide bei dir im Haus hochbetagt geworden und
mit den Schwächen des Greisenalters behaftet sind, dann sag nicht »Pfui!« zu ihnen und fahr sie nicht an, sondern sprich
ehrerbietig zu ihnen.
Und senke für sie in Barmherzigkeit den Fittich der Selbsterniedrigung und sag "Herr! Erbarm dich ihrer ebenso
mitleidig, wie sie mich aufgezogen haben, als ich klein und hilflos war!"
Euer Herr weiß wohl, was ihr in euch bergt. Er erkennt falls ihr rechtschaffen seid euren guten Willen an, auch wenn ihr
seinen Geboten nicht durchweg nachzukommen vermögt. Den Bußfertigen ist er bereit zu vergeben.
4.Und gib dem Verwandten, was ihm von Rechts wegen zusteht, ebenso dem Armen und dem, der unterwegs ist. Aber
sei dabei nicht ausgesprochen verschwenderisch!
Diejenigen, die verschwenderisch sind, sind Brüder der Satane. Und der Satan ist seinem Herrn gegenüber undankbar.
Und falls du dich von ihnen abwendest ohne ihnen etwas zu geben, indem du erwartest, daß dein Herr, wie du hoffst,
sich ihrer erbarmen wird, dann sprich wenigstens begütigend zu ihnen!
Sei kein Geizkragen! ...
5.Und tötet nicht eure Kinder aus Furcht vor Verarmung! Wir bescheren ihnen und euch den Lebensunterhalt. Sie zu
töten ist eine schwere Verfehlung.
6.Und laßt euch nicht auf Unzucht ein! das ist etwas Abscheuliches -- eine üble Handlungsweise!
7.Und tötet niemand, den zu töten Gott verboten hat, außer wenn ihr dazu berechtigt seid!
Wenn einer zu Unrecht getötet wird, geben wir seinem nächsten Verwandten Vollmacht zur Rache. Er soll aber dann
im Töten nicht maßlos sein. Ihm wird ja beim Vollzug der Rache geholfen.
8.Und tastet das Vermögen der Waise nicht an, es sei denn auf die denkbar beste Art! Laßt ihr Vermögen unangetastet
bis sie volljährig ist!
9.Und erfüllt die Verpflichtung, die ihr eingeht. Nach der Verpflichtung wird dereinst gefragt.
10.Und gebt, wenn ihr zumeßt, volles Maß und wägt mit der richtigen Waage! So ist es am besten für euch und nimmt am
ehesten einen guten Ausgang.
11.Verdächtige nicht, wenn du nichts Sicheres weißt.
Gehör, Gesicht und Verstand -- für all das wird dereinst Rechenschaft verlangt.
12.Und schreite nicht überheblich auf Erden einher! Du kannst ja weder die Erde spalten noch die Berge an Höhe
erreichen.
Jedes derartige schlechte Verhalten ist deinem Herrn zuwider."
Spaltungen: Schiiten und Sunniten
Nach dem Tode Muhammads spalteten sich die Gläubigen, weil sie sich über die Person des Nachfolgers Muhammads nicht
einigen konnten:
Sunniten: die ersten rechtmäßigen Kalifen nach Muhammads Tod (632) sind
1.Abû Bakr (632-634)
2.Umar (634-644)
3.Uthman (644-656)
4.Alî (656-661)
Leiter der Gemeinde ist der Kalif.Ein Kalif muß zum Stamm des Propheten gehören, muß sich in den religiösen Quellen
auskennen und muß politische Eignung besitzen
Schiiten: nur Alî, der Vetter und Schwiegersohn Muhammads und spätere vierte Kalif, ist rechtmäßiger erster
Nachfolger Muhammads. Leiter der Gemeinde ist der Imâm. Ein Imâm muß ein Nachkomme Alîs sein. Wegen
unterschiedlicher Ansichten über die Gestalt des Imâm spalteten sich die Sunniten wieder in weiter Gruppen:
»Extreme« Schiiten: Gott wohnt direkt in den Imâmen. Kleine Gruppe, z.B. in Syrien.
Ismailiten: Der schon vor seinem Vater »verstorbene« Sohn des 6. Imâms, Ismail ist der rechtmäßige 7. Imâm.
Er lebt in der Verborgenheit weiter und wird eines Tages als Mahdi auf die Welt zurückkehren. Der Mahdi ist
frei von Sünde und Irrtum und wird eine gerechte Gesellschaft errichten. Heute verbreitet in: Jemen, Iran, Indien,
Syrien, Afrika.
Zwölferschiiten: Der 12. Imâm, Muhammad ibn Hasan al-Mahdi (Mitte 9. Jhdt.) lebt in der Verborgenheit
weiter und wird als Mahdi (s. oben) zurückkehren. Während seiner Abwesenheit sollen qualifizierte Theologen
die Leitung der Gemeinde übernehmen. Vor allem in Iran verbreitet (Ayatollah Khomeini!).
Zaiditen: lehnen die Vererbung der Imâm-Würde und den Mahdi-Glauben ab.
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