Ich habe noch einen weiteren Lieblingsitaliener. Er heißt Claudio, und ich traf ihn, da war ich noch ziemlich klein, so um die 8-12 Jahre, immer in den Sommerferien, wenn meine Eltern nach Italien fuhren. Mit Claudio konnte ich prima spielen, auch wenn mein Italienisch ziemlich geradebrecht klang und sein Deutsch womöglich noch schlimmer war. Ich habe ihm einmal den Spielzeug-Kranwagen meines älteren und (leider) stärkeren Bruders geschenkt, allerdings ohne diesen vorher zu fragen (seine kleinmütige Seele möge auf ewig in der Hölle der Verschwendung die Kassenbücher zu führen haben) und habe dafür von Claudio einen Esso-Tankwagen bekommen. Da konnte ich leider nicht viel mit anfangen, aber meinem Bruder habe ich den Tankwagen auch nicht geschenkt, sondern ihn unter einem Olivenbaum im Garten verbuddelt. Wenn ich an diese Geschichte denke, bekomme ich an gewissen Körperstellen einen ziemlichen Phantomschmerz. Mille grazie, Bruderherz. P.S. Leider habe ich Claudio aus den Augen verloren, als ich älter wurde und meine Eltern keinen Wert mehr darauf legten, daß ich mit ihnen nach Italien fuhr (was auf Gegenseitigkeit beruhte). Wer weiß, vielleicht wäre in meinem Leben alles anders gekommen..