AUSSTELLUNGSPROJEKT zur Beteiligung an JOHNNY THE SECOND KUNSTWERK, KÖLN In meinen Arbeiten untersuche und vergleiche ich Zeichen abstrakter Kommunikationssysteme. Diese stammen unter anderem aus der Geschichte, der Völkerkunde, der Schriftforschung, den Religionen oder den Naturwissenschaften und reichen von vorgeschichtlichen Felszeichnungen bis zur modernen elektronischen Datenverarbeitung. Die grafische. Qualität der Zeichen steht dabei für mich im Vordergrund und nicht deren philosophische Inhalte oder naturwissenschaftliche Bedeutung. Die Ausstellung JOHNNY THE SECOND findet in den ehemaligen Produktionshallen der „AG Kölnische Gummifädenfabrik Köln-Deutz" statt. Diese Firma wurde 1834 in Köln-Nippes gegründet und produzierte bis 1957 Gummifäden in Köln-Deutz. Sie war die erste ihrer Art in Deutschland. Am Anfang wurde brasilianischer Wildgummi (Fine Paar) verarbeitet. Dieser wurde später durch Pflanzgummi (Crepe) ersetzt, als dieser zu Beginn des Jahrhunderts auf dem Weltmarkt in ausreichenden Mengen zur Verfügung stand. Dem Wildgummi gilt als erstem Grundstoff der Gummifädenherstellung bei diesem Projekt mein Interesse. Acht alchimistische Zeichen für das Element Gummiharz aus dem geheimen Zeichensystem der Alchimisten und Mystiker habe ich dafür ausgewählt. Sie werden von mir interpretiert, umgeformt, auf ein einheitliches Papierformat von 50 x 50 cm übertragen und als Block gehängt. Mit der Wahl des Zeichensystems und der Installation der bearbeiteten Zeichen in einer ehemaligen Produktionshalle der „AG Kölnische Gummifädenfabrik Köln-Deutz" stelle ich eine räumliche und zeitliche Verbindung zwischen der damaligen und der heutigen Nutzung her. Die Betrachter können am Ort unterschiedlichen Formen der Verwandlung im Fluß der Zeit nachspüren.