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Peter K. schrieb am 31.10. 2007 um 01:51:46 Uhr über

DDR

Eine Wurzel der real existierenden, aber stets brav verleugneten Übel des vereinigten Deutschlands ist die Entwertung der Biographien. Nicht nur die Eliten der DDR - nein vielmehr ein Löwenanteil ihrer Bevölkerung, die sich dort garnicht so unwohl gefühlt und mit sich und ihrem Leben sogar recht zufrieden gewesen war, steht heute vor dem enormen psychischen Problem, nicht rechtzeitig und entschieden genug dagegen gewesen zu sein, und für eine einstige Lebenszufriedenheit sogar Schuldgefühle entwickeln zu müssen. Aus dem privaten Nischendasein in Garten und Datsche, dem gemütlichen Gammeln »im Betrieb«, wo man sich vom geschäftigen Hinzuverdienen von Westmark und mitunter doch anstrengenden Organisieren und Improvisieren erholen konnte, wird auf einmal nolens volens eine Identifikation mit dem offiziellen System: Es war ja nicht alles schlecht - an der DDR. Dabei müsste es richtiger heissen: eigentlich ging es uns persönlich garnicht so schlecht, in der DDR. Aber das traut man sich ja nicht.


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