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Um auf dieses Äußerliche, damals, zu kommen, zunächst zwei Details, die nicht angeboren sind, sondern geformt; ich meine Bauchnabel und, sofern beschnitten, Penis.
Friedrich hatte eigentlich nie das rundliche, kindchen-schematische, das oft noch so lange vorhält, sondern war viel eher ein kleiner bereits Erwachsener. Von engelhafter Gestalt allerdings und wie von besonderer Substanz. Honey-Dew.
Bei Engeln ist der Bauchnabel ohnehin nur ein Ornament: ein perfekt gedrechseltes Knöpfchen.
So auch bei Friedrich.
Auch sind ja Engel bereits beschnitten erschaffen worden, weil auch der Penis bei Engeln pures Ornament ist.
Hätte nie Mensch einen Engel erblickt - wer weiß, ob jemals Beschneiden Brauch geworden wäre.
Heute beklagt sich Friedrich, dass ich von solchen Äußerlichkeinen damals, in der Blütezeit, nie geschwärmt habe.
»Es gab nämlich immer welche, die das taten! Und wie gern habe ich immer mich im Spiegel betrachtet. War fast verliebt in mich selbst! Du fingst erst an zu schwärmen, als das Engelhafte - wie du damals schon sagtest - fast schon im Schwinden war.«
» 'Sexy' statt 'engelhaft' hätte es auf den Punkt gebracht. Ist natürlich nicht dasselbe. Genau das hättest du aber am liebsten gehört!«
Friedrich stimmt zu.
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