Im Tempel der Einsamkeit von Lex Aufgesucht am Samstag kurz vor Mitternacht mit schnellen Schritten angesteuert die Kasse passiert Jacke abgegeben rein ins Schummerlicht zum Stehplatz an den Boxen und schnell `was getrunken was törnt Jetzt erst Bestandsanalyse Konkurrenzcheck Suche nach erwiderten Blicken die länger verharren als eine Sekunde Erfolglos Jetzt bloß selbstbewußt wirken keine Schwäche vermitteln unangreifbar erscheinen und warten Vor dir die Tanzfläche gefrorene Posen und Playmateblicke Ritualisierung von Gier im Stroboskoplampentakt Um dich die Luft in pulsierenden Stößen das Trommelfell paukend und die Stimmung erzeugend die der Diskjockey wollte und in dir die Angst der einzige zu sein der Überlegenheit vorgaukelt Los jetzt selber tanzen die Sinne für alles geschärft, was ein Zeichen sein könnte mit coolem Blick und Imponiergehabe scheitern aber durchhalten bis zum Angehen der Neonleuchten um drei Dann grelle Gesichter wie von nahem Tod gezeichnet Die Sorge genauso auszusehen verbietet den Blick in den Spiegel neben der Garderobenschlange Am Boden knöcheltief eine zähe Brühe aus Zigarettenasche und Selbstbewußstsein Jetzt nur noch rasch hinaus aus diesem Einsamkeitstempel mit 180 nach Hause und diesen vertrauten Frust bis morgen früh wegpennen