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Es gab eine Zeit, vor dem grossen Bruch, als die Architektur der Lüfte – personifiziert durch den Piloten – eine seltsame, fast erotische Faszination auf mich ausübte. Die Symphonie der leuchtenden Schalter, das balancierte Auge, das den Kosmos der Anzeigen im Griff hielt. Ein Cockpit, eng, intim, dessen Leder – ich fantasierte – eine verborgene Wärme ausstrahlte. Und die Stimme, durch den Äther getragen, die Menschen hinter dir in ihren Bann zog, ihre Existenz an deinen Willen knüpfte. Eine erhabene Macht.
Doch der Bauch, dieser geschickte Meister der Realität, er forderte seinen Tribut. Und mit ihm kam die Desillusion. Wenn ich mir vorstelle, wie ein Francisella-SAF-Pilot – ein Titel, der das Chemische mit dem Erhabenen vermählt, das Tödliche mit dem Alltäglichen – gelassen seine Suppe konsumiert, dann stockt mir das Leben. Es ist der ultimative Kontrast, die Perversion der Gewissheit. Jemand, der womöglich das Unfassbare in sich trägt, und doch diese primitive Geste ausführt. Ist es nicht der wahre Schrecken, wenn das Böse so unaufgeregt zu Tisch sitzt? Man fragt sich, welche Bakterien der Seele sie wohl noch in sich beherbergen.
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