Die Idee von Tim Berners-Lee war 1989 ziemlich bestechend: »Die ganzen Informationen waren im Prinzip in all den Systemen vorhanden. Was es aber brauchte, war ein kleines Programm, das alle Dokumente zu einem Netz verband. Die Dokumente blieben zwar auf den Systemen, waren aber eben auch über das Netz abrufbar.« Die Reaktion seines Vorgesetzten am CERN auf den Vorschlag war schlicht: »Vage, aber interessant.« Berners-Lee entwickelte nicht nur die Auszeichnungssprache HTML (HyperTextMarkupLanguage), mit deren Hilfe sich Internetseiten bauen lassen, er programmierte auch noch einen Webserver und einen Browser. Alle drei Dinge zusammengenommen legten den Grundstein für das WorldWideWeb (WWW). So konnten die unterschiedlichen Dokumente auf verschiedenen Rechnern innerhalb des CERN leicht abgerufen werden. Das Prinzip ließ sich natürlich auch auf das Internet übertragen. HTML ist leicht zu lernen. Packte man dazwischen Texte, Bilder und Grafiken, konnte man sich Webseiten anzeigen lassen. Nicht nur das: Dokumente ließen sich nun untereinander verlinken, über Kontinente hinweg. Binnen weniger Jahre explodierte die Zahl der Webserver. Die erste Webseite stellte Berners-Lee ins Netz. Sie lag auf einem Server im CERN. Die erste US-Webseite befand sich auf einem Computer der Universität Stanford. 1993, als die WWW-Software der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wurde, gab es bereits 130 Internet-Seiten. Drei Jahre später waren es schon mehr als 100.000 davon, heute existieren mehr als 1,6 Milliarden.