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der letzte einkaufszettel, also derjenige, wo ich von vor Weihnachten bis Mitte Januar nicht einkaufen war, ist ein kleines Kunstwerk. Neben Nelken, Kümmel und Suppenwürfel enthält er Minze, Sardellen, grünen Pfeffer Kakao Zucker Schokolade und Honig. Und bitte die Sprotten im Glas und den geräucherten Heilbutt nicht vergessen. Die Spargel im Glas, ich dachte, sowas esse ich nie, die vergammeln bis fünf jahre hinters Datum dachte ich, aber nahm sie mit, dachte, das macht sich gut im kellerregal, ein Farbtupfer, ein Glas dicke Stangenspargel aufrecht im GLAS. Nun, ich hab sie gegessen, und das noch vor dem Erreichen des Datums. So ein einzelner dicker Spargel in Stücke geschnitten und mit ein wenig französischem Senf angerührt ist eine leckere Beilage zum Brot. Man glaubt ja in zeiten der Überfressung nicht wie wertvoll diese kleinen Dinge sind die heute alle noch zu haben sind. Wäre Spargel im Glas auf dem Nachkriegsschwarzmarkt nicht einen kompletten Pelzmantel der verhungernden reichen Städter wert gewesen. Hat die Oma von dem kleinen Matthias Schmidt nicht ihren russischen Zobel gegen eine halbe Speckschwarte von derben Westerwälder Bauern tauschen müssen damit sie ihre vier Töchter durchbringt??
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