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Wenn man einmal die Regeln anders als traditionell üblich formuliert, zeigt sich, daß sie gar nicht so kompliziert sind! Jedenfalls nicht mehr als die für andere Konsonantenbuchstaben!
(1) ß steht für den ß-Laut (stimmloses s). (- so wie f für den f-Laut oder t für den t-Laut, vgl. reißen, reifen, reiten).
(2) ss kann und darf (ganz genau wie andere doppelt dargestellten Konsonanten) nur nach Kurzvokal stehen. (Vgl. essen, treffen, schliffen - aber ohne Verdopplung: aßen, trafen, schleifen.)
(3) Es gibt NUR EINE BESONDERE Regel: statt ß steht regelmäßig s vor Konsonantenbuchstaben und nach stimmlosen Konsonantenbuchstaben.
(Vgl. Ast, Knospe, hopsen, kosmisch.)
(4) Außerdem steht s häufig anstelle von ß am Ende von Funktionswörtern, Vorsilben und Endungen. (Vgl. das, es, bis, -nis, -us vergleichbar mit b und d anstelle von p und t in ab, ob, und usw.)
(5) Hinzu kommen (wie bei jedem anderen Buchstaben) die abweichenden Schreibungen, die sich aus Verwandtschaft ergeben. (Vgl. mies wg. miese, isst wg. essen, grüßt wg. grüßen.)
Bei alter Rechtschreibung kam folgende Ergänzung hinzu: (2a) ss darf (auch trotz Verwandtschaft) nur stehen, wenn dahinter ein Vokalbuchstabe folgt (vgl. essen, aber ißt, Nüsse, aber Nuß).
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