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Ja, Ancalagon, schaut man sich die neue ß/ss-Regel für sich genommen an, scheint sie ganz logisch, weil »lautlich eindeutig zugeordnet«, wie du gezeigt hast. Sieht man sie aber im Gesamtzusammenhang der Rechtschreibregeln für die Konsonantenbuchstaben, dann zeigt sich, daß es eben doch Gründe gibt, die Neu-Schreibung »dass« u. »miss- « als inkonsequent bzw. unlogisch zu bezeichnen. Denn für m/mm, b/bb, t/tt, n/nn usw. gilt anscheinend die »eindeutige lautliche Zuordnung« bei Funktionswörtern und Vorsilben g'rade nicht! Es wird z.B. »an« geschrieben, obwohl es nicht »aan« wie in »Kran«, sondern wie »ann« in »Bann« gesprochen wird.
Also nochmal: konsequent wäre nur eine Reform, die sowohl »dass«, »Missstand«, als auch »umm, ann, inn, mitt, wegg, obb, abbbringen, unnnahbar« schreibt, oder aber weiterhin die Sonderregel für Funktionswörter und Vorsilben beibehält, die Konsonantenbuchstaben am Wortende nicht zu verdoppeln, auch wenn der Vokal davor kurz ist (dann müssten nur einige wenige Ausnahmen zu dieser Regel angepasst werden, z.B. auch »stat« statt »statt«, und »dan« statt »dann«).
Wenn sich keins von beiden durchsetzen lässt, sollte man's am besten erstmal bei Funktionswörtern und Vorsilben so lassen, wie's bisher war, statt nur an einzelnen Wörtern etwas zu verändern.
Deshalb schreibe ich weiterhin »daß« und »miß- «, aber neu »Fass«, »isst« neben »Spaß«, »aß« (und parallel dazu auch konsequent nicht nur »Tipp«, sondern auch »Hotell«, »fitt«, »Buss« »Aprill« u.Ä.!)
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