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Der gerichtete Graf: »Es gibt meines Erachtens in der europäischen Geistesgeschichte eine Tendenz, die bis auf Epikur zurückgeht.
Das ist die Tendenz der Tiefenpsychologie, die geprägt ist durch so etwas wie Lustprinzip, vage Ideen über 'das Unbewusste', ein Blick nach Innen. Solche Denker wie La-Mettrie, Schopenhauer, Nietzsche, Freud und so weiter gehören dazu.«
Der ungerichtete Graf: »Lustprinzip?«
Der gerichtete Graf: »Lustprinzip meint einfach, dass ein Mensch oder allgemein ein Lebewesen, so handelt, dass es seine Lust maximiert und seine Unlust, Schmerzen, Langeweile und so, minimiert.«
Der ungerichtete Graf: »Also eine Art Zweckrationalismus? Stimmt, Hobbes reduzierte Moral Lust.«
Der gerichtete Graf: »Ja, das tat er, aber nur in der Einleitung zum Leviathan.
Der Leviathan selbst basiert auf zwei Ebene, erstens ein Naturrecht, das vor jeder positiven Rechtssetzung existieren soll, welches die Menschen auch zum Annahme des Gesellschaftsvertrages verpflichtet, und dann zweitens die aus dem Vertrag hervorgehende Macht des Souveräns. Der kann willkürlich Rechtsnormen schaffen und vernichten«
Der ungerichtete Graf: »Eine Macht, die ein echter König damals nicht hatte«.
Der gerichtete Graf: »Da weißt du mehr wie ich«.
Der ungerichtete Graf: »Ist das Lustprinzip nicht eigentlich eine Trivialität?
Wozu wir lust haben, das motiviert uns?"
Der gerichtete Graf: »Nein. Viele Denker bestehen darauf, dass es etwas objektives Gutes gibt und dass dieses durch unseren Verstand erkannt wird. Wir erkenenn, was richtig ist und möchten daher danach handeln, auch gegen unsere Lust. Siehe Kant oder den heiligen Thomas...«
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