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Um mich einmal an unauffälliger Stelle pro domo zu äußern: Ja, ich gestehe es ein, ich bin ein hemmungslos autopopulistischer Schreiber - ich schreibe unter der Prämisse, nichts in den Blaster zu stellen, als was mir gefallen würde, wenn ich es von anderen läse. Was nicht heißt, daß es nicht eine Vielzahl von Blasterern gibt, die ich genau so gern, wenn nicht sogar wesentlich lieber lese als mich selber. Aber ich habe weder die unheimliche prägnante Abstraktion einer Biggi noch die humoristische Leichtigkeit eines Ugullugu. Mir fehlt die stilvoll mattierte jugendliche Frische einer Angerona ebenso wie das souveräne Handswerkszeug der Pornographie eines Kris Bollensen. Der liebenswert donnernde Vitalismus einer Höflichkeitsliga, den ich nicht nur wegen der räumlichen Nähe der Geburtsorte als einen Thomas Gottschalk des Blasters bezeichnen würde, geht mir genauso ab wie die aus sicherer Kenntnis geborene naturwissenschaftliche Enzyklopädik einer Radon. Ich habe nur mich und ich kann nur mich, und ähnlich einem Karl May kann ich nur hoffen, bei allen Taschenspielertricks und eingestandener Beschränktheit des Tons dereinst zu meinem Ardistan vorzustoßen, das zwar ein Ende meiner übertriebenen Wertschätzung durch einen unkritischen Leserkreis markieren würde, mich jedoch in dem Bewußtsein zurückließe, dem windschiefen Luftschloß meines Potemkismus wenigstens eine schöne Wetterfahne aufgesetzt zu haben.
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