London - Die Anschläge von London bekommt Karim Mohammed deutlich zu spüren, obwohl er selber nicht in direkt am Ort des Geschehens war. Keine Hundert Meter von der U-Bahn-Station Edgware Road entfernt betreibt er seit zwei Jahren sein kleines libanesisches Restaurant »Halal«. In den Tunneln irgendwo darunter explodierte am Donnerstagmorgen eine der tödlichen vier Bomben in einem vollbesetzten U-Bahn-Zug. Seither ist in Mohammeds Leben vieles anders - geschäftlich, aber auch privat. Freitage sind normalerweise gute Tage für Mohammed. Den ganzen Tag sitzen Gäste auf dem Gehweg vor seinem Restaurant, futtern Kebabs oder Reisgerichte. Nach dem Anschlag ist es leerer geworden. Am Freitag saß kaum jemand im Restaurant. Zudem fürchtet Mohammed, die Bomben könnten für ihn und andere Muslime erhebliche Folgen haben. »Nachdem dieses angebliche Bekennerschreiben der alQaida heraus kam«, sagt er, »sind irgendwie doch alle Muslims wieder mal Terroristen«. Es dauerte nur wenige Stunden, bis das im Internet aufgetauchte Schreiben einer bisher unbekannten Untergruppe von alQaida seine Wirkung entfaltete. Premierminister TonyBlair geißelte die Anschläge, die im »Namen des Islam« ausgeführt worden seien. Zwar fügte er hinzu, dass die meisten der in England lebenden Muslime friedlich sind und einen wichtigen Teil der Gesellschaft darstellen. Doch beim Mann auf der Straße blieb vor allem ein Halbsatz hängen: »ImNamenDesIslam«.