|
Im September feiern die von mir geliebten Verwandten, Freundinnen und Freunde, und ich, meinen fünfundsechszigsten Geburtstag.
Heute vormittag dachte ich: Was ist, im hellen Tageslicht, beim Denken an Sex, der Unterschied zwischen meinem vierzigsten und meinem vierundsechszigsten Lebensjahr?
Im vierzigsten Lebensjahr war ich sehr unglücklich. Einsam, allein. Denn mein Freund, mit dem ich jahrelang zusammen war, hatte mich ein oder zwei Jahre zuvor verlassen. Die sexuell motivierten Beziehungen in Marokko, die mir, am Anfang, den Trennungsschmerz versüßten, konnten die darin enthaltene Zukunfstmusik nicht als Dauerzustand erscheinen lassen. Denn immer kam etwas dazwischen. Zuerst die Polizei. Dann die Justiz. Und nach dem Knast, dass ich, vorerst kein Geld hatte, um wieder nach Marokko reisen zu können. Daher war ich allein, einsam, und unglücklich. Dann aber lernte ich einen Freund, den ich im Knast das erste mal gesehen hatte, kennen und lieben. Das begann 1985. Von damals bis heute, 2007, wohnen und leben wir gemeinsam an einem Ort, in einer Wohnung.
Was also ist der Unterschied zwischen meiner Lust am Sex im vierzigsten, und meiner auch sexuell motivierten Lust im vierundsechszigsten Lebensjahr?
Heute kann ich. Aber. Ich muß nicht.
|