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Eine burgartige Lage hat auch die ganz an die Schlucht vortretende sehr alte Kirche, welche noch auf einigen Seiten von der alten starken Kirchhofmauer, mit einem Rundthürmchen an der Nordostecke, umgeben wird. Der ganze Kirchhof hängt gleichsam über der mit schwarzen Schieferfelsen jähaufsteigenden finstern Schlucht. Der Thurm der Kirche steht im Osten, ist unten herauf romanisch und hat oben ein gedoppeltes spitzbogiges Schallfenster; innen, den Chor bildend, wird er von frühgothischem Rippenkreuzgewölbe, mit einer Rosette als Schlußstein, überspannt und öffnet sich mit halbrundem echt romanischem, mit schlichten Kämpfern versehenem Triumphbogen gegen das flachgedeckte Schiff. Dieses enthält unter den Bänken alte Grabplatten, vermuthlich von den Herrn v. Finsterlohe; seine hölzernen Emporenpfeiler sind hübsch geschnitzt, an einem steht 1610, an einem andern P. W. – Im Chor liest man an der Nordwand, daß die Kirche im Jahr 1744 von der Stadt Rothenburg aus renovirt worden sei, ferner auf einem zierlichen Erztäfelchen:
Anno 1655 den 25. April ist in Gott seelig entschlaffen der ehrwirdig und wohlgelehrte Herr Michael Weidlein, Pfarrer zu Finsterloh, seines Alters 32 Jahr, 3 Monat, 3 Wochen. Außen an der Südwand der Kirche erhielt sich eine sehr alte, merkwürdige Grabplatte, aus rauhem Stein mit erhaben gearbeitetem Kreuz und zwei (nicht mehr erkennbaren) Wappenschilden. Von den drei Glocken auf dem Thurm hat die erste die Jahreszahl 1709, die zweite ist neu, die dritte alt, und zeigt in schwer lesbarer Schrift: Johannes . Mattheus . Marcus . Zit war (?) gos mich. Die Unterhaltung der Kirche, wie des Pfarrhauses, ruht auf der Gemeinde. Letzteres, im Jahr 1687 erbaut, wurde 1837 auf Kosten der Gemeinde ganz umgebaut und verbessert, der Begräbnisplatz 1836 außerhalb des Ortes angelegt.
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