»Wie viel dürfen Kinder mitbestimmen«, fragt der BR3 grad. Das ist abhängig vom Zeitbudget der Familie. Bestenfalls ist die Familienzeit so gleichmäßig verteilt, dass es nicht riskant wird, neben den eigenen Kindern zu altern. Starten mehr als zwei Familienmitglieder gleichzeitig durch, wird die Mitbestimmung zum Tauziehen, das Disziplin einfordert, in Tagesstruktur und damit als Maßnahme / Operation Leben permanent in Absprachen mündet. Dann geht für den Einzelnen quasi gar nix mehr, solange seine Zeit nicht vom »Rest« freigeschaltet wurde. Bei meiner Oma Ida bedeutete das, dass bis zur Entscheidung über Peanuts Ewigkeiten vergingen. Als ich kurz vor ihrem Tod ans Bett trat, fiel mir das wieder ein. Ihre Geste war dementsprechend: Sie legte meine Hand auf ihren Unterleib. Die Frau war selbst schweigend kaum zu überhören. »Distanz schützt«, war das, was blieb. Denn dann hab ich das Recht auf Selbstfürsorge unabhängig von meinen Ahnen. Nie mehr Narkose beim Polytrauma mit mehr als fünf Operateuren gleichzeitig, hieße das übersetzt auf den Weißkittelzonenalltag. Denn dann hast du garantiert mindestens zwei Diven gleichzeitig im Auge zu behalten. Das macht nach spätestens fünf Minuten jeden wahnsinnig. Meine Mutter war Lehrerin, ich kenne den Wahnsinn auf zwei Beinen also.