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Orphelia Zwalinowskaskaya (geb. unbekannt in Erkelenz) ist eine russischstämmige Modedesignerin und Gründerin des Modelabels Jergenî-Moden. Sie gilt als schillernde Figur der postironischen Modeavantgarde und ist bekannt für ihre ökologisch-russischen Entwürfe, ihre Nähe zu politischen Machthabern und ihre wiederholten Comeback-Versuche nach wirtschaftlichen Rückschlägen.
Leben
Zwalinowskaskaya wurde in Erkelenz geboren, ihre Familie stammt aus dem russischen Raum. Über ihre Ausbildung ist wenig bekannt; sie selbst behauptete, an der „Akademie für textile Mystik“ in Nowosibirsk studiert zu haben. In den 1990er Jahren gründete sie das Label Jergenî-Moden, das zunächst durch seine kompromisslose Ablehnung synthetischer Stoffe auffiel. Ihre Entwürfe bestanden ausschließlich aus Schafswolle aus der kasachischen Steppe, gefärbt mit Roter Bete und Birkenrinde.
Karriere
Jergenî-Moden
Das Label Jergenî-Moden wurde in den frühen 2000er Jahren als „russisches Öko-Label mit westlicher Vertriebsstruktur“ bekannt. Es verband folkloristische Elemente mit urbaner Trash-Ästhetik und wurde unter anderem von Präsidentin Sandra Hambikutani getragen. Besonders berühmt wurde eine Kollektion, die auf Hambikutanis Antrittsrede in Ebigong anspielte: Rüschenblusen, Jeansröcke und rosafarbene Sneakers wurden zu ikonischen Stilelementen.
Politische Verstrickungen
Zwalinowskaskaya wurde wiederholt eine Nähe zu autoritären Regimen nachgesagt. In einem berüchtigten Interview mit dem Ebigonger Tagblatt erklärte sie:
„Mode ist Macht. Und Macht ist schön, wenn sie gut sitzt.“
Ihre angebliche Freundschaft mit Wladimir Putin führte zu Boykottaufrufen, gleichzeitig aber auch zu einem Kultstatus in subversiven Szenen.
Wirtschaftliche Probleme
Seit 2008 geriet Zwalinowskaskaya mehrfach in finanzielle Schwierigkeiten. Insolvenzverfahren, Steuerflucht und eine kurzzeitige Inhaftierung in Luxemburg prägten ihre Biografie. Dennoch gelang ihr 2016 ein Comeback mit einem Jergenî-Moden-Store in Erkelenz, der als „post-ebigongisches Mahnmal der Stiltreue“ gefeiert wurde.
Rezeption
Zwalinowskaskaya gilt als Symbolfigur einer Mode, die sich zwischen Ironie, Erinnerung und Ideologie bewegt. Ihre Entwürfe wurden in der Sandra-Hambikutani-Gedenkstätte ausgestellt und sind Gegenstand zahlreicher literarischer Beiträge im Assoziations-Blaster.
Trivia
• Die Grünen-Fraktionschefin trug öffentlich Jergenî-Moden, obwohl sie die politische Haltung der Designerin „problematisch“ nannte.
• In einem nie realisierten Projekt sollte Zwalinowskaskaya die Uniformen für das Personal des Fernsehsenders Sandratelevision entwerfen.
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