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Der Vergangenheit entspricht ein pragmatischer Handlungsrahmen, der
dem UEberleben und der Fortentwicklung der Menschheit in einer
begrenzten Welt angemessen ist, einer Welt, die aus unmittelbarer
Begegnung und Zusammenarbeit und begrenzter Vermittlung bestand.
Gemessen an den Massstaeben einer Kultur, die auf Schriftlichkeit und
der entsprechenden Form von Bildung und Schriftkultur gruendet,
erweisen sich der abnehmende Bildungsstand und die geringere
Bedeutung der Schriftkultur als Zeichen einer Krise, vielleicht sogar
eines Zusammenbruchs. Der neue pragmatische Handlungszusammenhang
ist jedoch gekennzeichnet durch die Verlagerung von diesem auf die
Schriftkultur bezogenen Modell hin zu von der Schriftkultur
abweichenden vielfaeltigen Formen von Bildung und Kultur, die
miteinander verbunden, aufeinander bezogen und voneinander abhaengig
sind. Ein Teil der heutigen Menschheit stellt sich dieser
Herausforderung, ohne sich um die damit verbundenen Implikationen zu
sorgen. Man verzichtet darauf, die gegenwaertigen Vorgaenge und
Implikationen in vollem Umfang zu verstehen, solange man ausreichend
Aufregung und Genugtuung aus ihnen beziehen kann. Hollywood lebt
recht gut davon, ebenso die digitalen Illusionsindustrien. Die
Adressen im Internet verschwinden ebenso schnell wieder, wie sie
gekommen sind. Eine vielversprechende Verbindung von gestern kann
schon heute nur noch mit einem »sorry« antworten, wie wichtig und
bedeutungsvoll sie auch gewesen sein mag. Es ist noch niemals
sinnvoll gewesen, sich dem Erfolg entgegenzustellen. Der Erfolg
verdient es, in seinen authentischen Erscheinungsformen gepriesen zu
werden, und diese bringen nachhaltige Veraenderungen fuer den Menschen
mit sich.
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