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SPIEGEL ONLINE schrieb am 11.3. 2004 um 15:31:36 Uhr über

Madrid

SPIEGEL ONLINE: Herr Tophoven, Sie gehen davon aus, dass die Eta die Anschläge von Madrid verübt hat. Warum kann es nicht al-Qaida gewesen sein?

Tophoven: Der Kontext spricht für die Eta. Am Wochenende sind in Spanien Wahlen. Außerdem musste sich die Untergrundorganisation nach den jüngsten Fahndungserfolgen der Behörden zurückmelden.

SPIEGEL ONLINE: Al-Qaida hatte in Spanien Stützpunkte. Spanien zog an der Seite der USA in den Krieg gegen Saddam.

Tophoven: Für al-Qaida spräche die Gleichzeitigkeit der verschiedenen Explosionen und die immense Wucht des Anschlags mit so vielen Toten. Doch die letzten Anschläge in Spanien wurden von der Eta, nicht von al-Qaida ausgeführt. Im Unterschied zur internationalen Terrororganisation al-Qaida beschränkt sich Eta ganz auf Spanien.

SPIEGEL ONLINE: Arbeiten Eta und al-Qaida möglicherweise zusammen?

Tophoven: Davon gehe ich nicht aus. Bei der Ausführung von Anschlägen lernen Terrorgruppen zwar voneinander, doch ideologisch liegen beide Gruppen zu weit von einander entfernt. Militante Islamisten zeigen wenig Kooperationsbereitschaft.

SPIEGEL ONLINE: Die spanische Regierung erweckte in den vergangenen Monaten den Eindruck, als ob die Eta durch Fahndungserfolge entscheidend geschwächt sei. Wie kann die Organisation einen Anschlag ausführen, bei dem zehn Bomben in drei Zügen nahezu zeitgleich explodieren?

Tophoven: Eine solche Anschlagsserie braucht eine enorme logistische Vorbereitung. Dennoch kann er von wenigen Personen ausgeführt werden. Eine Zelle mit drei, vier Leuten reicht. Sie brauchen einen, der leicht verwundbare Ziele ausspäht, einen intelligenten Bombenbastler und ein paar Kuriere.

SPIEGEL ONLINE: Woher kriegt man so viel Sprengstoff?

Tophoven: Die Bomben sind Selbstlaborate. Die Sprengstoffkomponenten kann man über das Internet beziehen.


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