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Schmidt schrieb am 10.1. 2026 um 06:02:23 Uhr über

Jugendweihe

bei uns da gab es die heilige kommunion, jedenfalls trug man eine sehr große weiße kerze und der Pfarrer hat wie immer zeug erzählt das kein mensch versteht. im Grunde immer das Gleiche, wir sollen auf die anderen aufpassen, nett sein und alten leuten helfen. Dafür braucht ein Pfarrer aber viel länger um sowas zu sagen. Ja, und natürlich für die Armen beten. Aber das Ereignis das damals viel wichtiger war, waren die vielen geschenke. Ich bekam eine Armbanduhr, meine erste Uhr. Die war natürlich nicht wasserdicht, und sowas hält bei einem neunjährigen Straßenjungen eben nicht sehr lange. Und es gab unendlich viele große Schachteln Paralinen. Die meisten davon hat Mutter gegessen weil sie die Kästen alle vorsichtshalber in ihren Kleiderschrank eingeschlossen hat. Ich hatte ja auch gar keinen Platz um Pralinen zu lagern. Die haben gedacht, mit der Uhr am Handgelenk müsse ich jetzt anfangen nicht mehr zu rennen auf der Straße. Die Evangelischen die machten auch was, aber da waren die schon älter. Es erstaunt mich immer wieder zu bemerken, zu wissen, wie klein die Wohnungen damals doch waren, es gibt sie ja noch, und wie viele leute da reingepasst haben zum Feiern. achja, vom Teufel hat der Pfarrer noch erzählt, und Sätze vom Teufel vorgelesen und dann mußten wir Kommunionkinder alle im Chor laut sagenWir widersagen“. Dann hat er wieder einen Satz gesagt vom teufel, und wir mußten wieder laut sagen, wir widersagen. Das ging ein paar mal so.


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